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13 Feb

DIE WAHRHEIT HINTER OUTFIT POSTS

Outfit Posts auf Modeblogs. Ein Phänomen, das sich seit Jahren immer weiter verbreitet. Mittlerweile gibt es unzählige Blogs, auf denen junge Damen und vereinzelt auch Herren ihre Outfits der Welt präsentieren, oft in Form qualitativ hochwertiger Fotografien, durch die man sich als modeinteressierte Person immer gern klickt. Gerade in der Mode-Branche ist Optik alles und oft sagen gute Fotos mehr als tausend Worte. Wenn die Leser eines Blogs viel und vor allem ansprechendes „zu gucken“ haben sind sie zufrieden – und ein zufriedener Leser ist ein guter Leser. Doch worüber man sich beim Sichten von Outfitfotos selten Gedanken macht ist das Wie. Wie entstehen diese Fotos? Wer schießt sie? Ist das Shooting selbst genauso schön, wie die daraus entspringenden Fotos? Ich möchte euch heute mal einen kleinen Blick hinter die Kulissen gewähren.

Die Person hinter der Kamera

Zuerst einmal zu der Person hinter der Kamera: In den meisten Fällen ist das mein Freund, Patrick (Häufig auch mein Papa. Von ihm habe ich übrigens das Verständnis für Belichtungszeiten, Brennweiten und gute Objektive.). Er ist es, dem wir die Fotos von Ines und Alia zu verdanken haben. Natürlich, ohne mich gäbe es diesen Blog nicht, keine Outfits, keinen, der sie trägt. Aber ohne ihn hätte ich niemanden, der mit mir an Sams- und Sonntagen durch die Gegend fährt, nach passenden Kulissen sucht und alles über sich ergehen lässt. Kälte, Wind, meine Launen. Womit wir schon bei der zentralen Frage wären, die ich hier heute klären möchte: Ist denn wirklich alles so schön, wie es aussieht? Um es kurz zu machen: Nein, das ist es nicht.

Der Schein trügt – die Wahrheit hinter Outfit Posts

Ich weiß, es sieht toll aus, wenn eine schöne Frau in einem langen, wallenden Kleid am Ufer der Seine steht, die Haarpracht und das Kleid vom Winde verweht. Aber ihr könnt mit allergrößter Sicherheit davon ausgehen (Auf gut Deutsch: Ihr könnt euren Hintern darauf verwetten), dass das Shooten dieser Fotos nicht annähernd so viel Spaß macht, wie das Anschauen.

Trotzdem wage ich zu behaupten, dass es Models bei professionellen Fotoshootings für große Magazine wie etwa die Vogue noch um einiges leichter haben als Style-Blogger. Letzteren richtet nämlich niemand die Frisur, wenn eine eisige Windböe ebendiese im vorherigen Moment vollständig zerstört hat, ihnen wird auch nicht das Gesicht nachgepudert, wenn die rote Frostnase langsam aber sicher unter dem Make-up hervorkommt und natürlich werden für sie auch nicht ganze Straßenzüge abgesperrt, damit keine langsamen, schaulustigen Fußgänger (Ich habe regelmäßig das Bedürfnis, jeden einzelnen von ihnen zu schubsen!) stundenlang vor der Kamera herumtänzeln.

Hinzu kommt, dass Patrick natürlich nicht immer ganz genau weiß, wie ich mir das schlussendliche Foto vorstelle – ist ja ganz menschlich. Unter den weiter oben beschriebenen Witterungsbedingungen führt das bei mir gelegentlich auch mal zu akuten Anfällen von Diva. Ich motze und bin enttäuscht, wenn etwas nicht so klappt, wie ich es haben wollte. Was das Ganze noch etwas komplizierter macht ist die Tatsache, dass ich mir auf Fotos nur selten gefalle. Aus diesem Grund müssen tausende und abertausende Aufnahmen gemacht werden. An dieser Stelle einmal vielen Dank und Entschuldigung an Patrick!

Ihr seht, es ist nicht immer alles Gold was glänzt. Ich liebe das Bloggen und die ganze Modewelt, aber ich hätte bis zu meinem ersten Outfitshooting nicht im Entferntesten geahnt, was das für Torturen sind, denen man sich gerade im Winter oft freiwillig unterzieht und welche Arbeit hinter einem einzelnen Blogpost steht (Aber dazu an anderer Stelle mehr.).

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick geben und euch klar machen, dass hinter dem ganzen Glamour des Modezirkus, sei es in Magazinen oder auf Blogs, oft ziemlich viel Fake steckt. Das ist nicht weiter schlimm, schließlich lebt diese Branche wie weiter oben bereits erwähnt von Optik. Aber: Selten entstehen Modeaufnahmen ohne lustige Schnappschüsse (Zu meinem Bedauern ist das linke Foto wirklich nicht gestellt.), kurze Ausraster oder die eine oder andere kleine Verletzung. Wenn ihr euch also das nächste Mal durch Outfitbilder klickt oder die neue Ausgabe der Vogue durchblättert, dann malt euch doch einfach einmal eine witzige Geschichte zum Shooting aus. Glaubt mir, das macht gleich doppelt so viel Spaß.

Ines Ballali
7 Comments
  • Melina

    Liebe Ines,

    Toller Post! Genauso ist es -und nicht anders- wenn ich shoote 😀 Es ist absolut nicht so, wie es auf den Bildern aussieht: leichtfüßig, verträumt, nebenbei entstanden.. Meistens hat man eine feste Vorstellung, wie das Outfit in Szene gesetzt werden soll und so eine Vorstellung wird nicht „mal zufällig“ aufs Bild springen. Das ist knallharte Arbeit:-)

    Viele Grüße

    Melina von http://www.melinaalt.de

    7. April 2015 at 14:39 Antworten
  • Bell

    Herrlicher Beitrag. Genau so ist es.
    Deswegen mach ich so etwas leider auch viel zu selten und bewundere die, die es so konsequent durchziehen (können), weil sie z.B. immer einen „Fotografen“ an der Hand haben.

    🙂

    Liebst,
    Bell

    7. April 2015 at 15:50 Antworten
  • mooffduty

    😀 was musste ich lachen, als ich das gelesen habe! Ich habe mich nämlich zu 100% wiederkannt. Bei mir läuft es sehr, sehr ähnlich ab. Wahrscheinlich kennen alle Modeblogger dieses Problem. Heulkrämpfe sind keine Seltenheit. Vor allem der Winter ist tough und der arme Mann muss immer viel ertragen. Es ist manchmal auch schwer zu vermittlen wie man sich das Foto wirklich vorstellt. Ich glaube Männer und Frauen haben hier grundsätzlich verschiedene Vorstellungen, was dann manchmal eben zu kleinen Reibereien führt 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Monique
    Mo-off-duty

    7. April 2015 at 16:38 Antworten
  • Natascha

    Haha geil, man weiß zwar, wie es bei einem selbst abläuft, aber zu lesen, dass es bei anderen auch so ist – sehr erleichternd. Mein Freund muss mit mir auch so einiges aushalten und ich warte auf den Moment, in dem er die Kamera hinschmeißt und sagt „Dann machs doch selbst“ (aber dafür ist er einfach zu lieb). Aber wir haben dann meistens doch noch was zu lachen und ich lad ihn dann auf Eis oder Pizza ein.

    Liebe Grüße Natascha von
    blackperfection

    7. April 2015 at 22:11 Antworten

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